Wieder sooooo spannend

Unser Trächtigkeitskalender beginnt bei unserem N-Wurf wieder etwas später als geplant, da Yashi wieder eine weiße Hitze hatte, die uns unbemerkt blieb. Wir haben unserem Rüden vertraut, haben keinen Progesterontest gemacht, und die zwei haben sich an drei Tagen miteinander vergnügt. Am 1.10., am 3.10. und am 5. 10. hat Dam-pa seine Freundin belegt. Die Hoffnung stirbt zuletzt und nun sind wir.

 

 

GUTER HOFFNUNG

 

Sonntag, 01.10. der 1. Tag

Nach der Paarung umschwärmen tausende Samenzellen die Eizellen auf dem Weg zu den Eileitern. Um die Wahrscheinlichkeit einer Trächtigkeit zu erhöhen, erfolgen nun auch noch eine Wiederholung des Deckaktes. In den Eileitern warten nun die von einer Hülle ummantelten Eier auf die Befruchtung. Bei gesunden Rüden ist das Sperma bis zu sechs Tage im weiblichen Genitale befruchtungsfähig. Die Samenzellen, die den halben Chromosomensatz des Vaters enthalten, sehen aus wie kleine Kaulquappen mit Kopf und beweglichem Schwanz, sie versuchen bei erreichen der Eizelle, sich mit dem Kopf durch die Eihülle zu bohren.

 

Montag, 02.10. bis Mittwoch, 04.10. der 2.- 4. Tag

Die Befruchtung der Eizellen findet in der Eileiterampulle statt und ist damit abgeschlossen, wenn der Kopf eindringt und der Schwanz abgestoßen wird. Die beiden Zellkerne bewegen sich aufeinander zu , vereinigen sich zu einem neuen Zellkern mit doppeltem, vollständigem Chromosomensatz.

 

Nun halten wir noch mal eben das aktuelle Gewicht fest und messen den Bauchumfang hinter dem letzten Rippenbogen. Bei 37 cm wiegt Yashi 10,2 kg, 42 cm beträgt der Bauchumfang. Sie hat seit der letzten Gewichtskontrolle 200 g zugenommen, das ist auch gut so. 

 

Mittwoch, 04.10. bis Sonntag 08.10. der 4.- 8. Tag

 

Die Eizellen teilen sich nun täglich im mittleren Eileiterabschnitt. Zweizell-Stadium, Vierzell-Stadium usw. = frühembryonale Teilungsstadien. Die ersten Teilungsstadien sind einen zehntel Millimeter groß.Sie sehen aus wie winzige Brombeeren.

 

Sonntag 08.10. bis Montag 09.10. 8.- 9. Tag

 

Die Eizellen entwickeln sich zu Blastozysten und suchen sich allmählich den Weg in die Gebärmutter. Bei der Hündin geht die Läufigkeit ganz normal zu Ende.

Dienstag 10.10.- Dienstag 17.10. 10.-17. Tag

 

Die sich weiter teilenden Embryonen liegen zunächst für ca. 5 – 7 Tage frei und unregelmäßig in der Gebärmutter. Danach verteilen sie sich gleichmäßig in den Gebärmutterhörnern und suchen Kontakt zur Gebärmutterschleimhaut. Sie nisten sich ein, indem sie `Wurzeln schlagen`. Nun beginnt die eigentliche Trächtigkeit mit Beginn der 3. Woche. Sollten es zu viele befruchtete Eier sein, lässt die Natur sie absterben, bis die Platzverhältnisse geregelt sind. Die abgestorbenen Föten werden gefahrlos resorbiert.

Mittwoch, 18.10. - Freitag, 20.10.  18.- 20. Tag

Sobald die Embryonen sich in der Gebärmutter eingenistet haben, beginnt die Ausbildung der Plazenta. Sie bildet am Ende einen gürtelförmigen Ring um den Keimling, der nun eine bohnenförmige Gestalt angenommen hat. Jeder Embryo hat nun seinen festen Platz und einen eigenen Blutkreislauf. Manchen Hündinnen ist um diese Zeit schlecht und sie fressen nicht, denn die Stoffwechselprodukte der Keimlinge rufen zu Beginn eine gewisse Unverträglichkeit hervor. In der Regel ist diese Fressunlust nur von kurzer Dauer, sie kann ½ Tag bis zu drei Tagen betragen. Die Hündin ist in dieser Zeit sehr anhänglich.

 

Yashi zeigt häufiger mal Fressunlust aber im Augenblick mundet es ihr nach wie vor gut. Aber gestern morgen war ihr wohl etwas übel, sie erbrach Stöckchen - die sie immer noch gerne kaut - und klaren Schleim.

 

Anhänglich ist unsere Maus eigentlich immer, im Augenblick möchte sie am liebsten jede Sekunde bei mir sein und auf meinem Bauch den Tag verträumen und verschlafen. Bei der Gewichtsüberprüfung stellte sich heraus, dass sie ein wenig zugenommen hat - gut 100g -. Der Bauchumfang ist gleich geblieben. Aber beim Spaziergang heute Morgen blitzten so klitzekleine Schleimtröpfchen in der Sonne. DAS Zeichen, worauf jeder Züchter wartet, vielleicht 1-2 Tage zu früh - aber vielversprechend !!!!?????

 

Samstag, 21.10. - Samstag, 28.10.  21.- 28. Tag

Die Ausbildung der Plazenta ist nun abgeschlossen. Der Embryo hängt an der Nabelschnur wie ein Raumfahrer im Weltraum und bewegt sich frei in einer doppelten Fruchtwasserblase. Er ist dadurch äußerst stoßgesichert. In den nächsten Wochen macht der Keimling die gesamte Entwicklungsgeschichte von der Urzelle bis zum Welpen durch, gut geschützt in den Uterushörnern und völlig isoliert von den anderen Embryonen in den einzelnen Fruchtkammern. Am Ende dieser Embryonalperiode sind beim Hund alle wichtigen Organsysteme angelegt, die endgültige Körperform ist bereits in ihren Grundzügen erkennbar. Man spricht nicht mehr vom Embryo, sondern vom Fötus. Sterben die Fruchtanlagen bis zum 28. Trächtigkeitstag ab, werden sie meist unauffällig resorbiert. Bis zur Ultraschalluntersuchung sind zur Trächtigkeitsdiagnose nur die Wesensveränderung der Hündin heranzuziehen

- besondere Anhänglichkeit

- verträumter, verklärter Blick

- besondere Müdigkeit

- sinkendes Spielbedürfnis

- Bedürfnis nach Wärme

- gesteigertes Fressbedürfnis

- Übelkeit usw.

Aber auch bei einer scheinträchtigen Hündin sind all diese Merkmale zu beobachten. Das einzige sichere Indiz einer  Trächtigkeit ist die Tatsache, dass die Hündin zähflüssigen klaren bis milchig trüben Schleim absondern kann. Das ist dann ein sicheres Zeichen für eine Trächtigkeit, auf das jeder Züchter sehnsüchtig wartet. Ferner beginnen sich die Zitzen bei der Hündin aufzurichten und färben sich rosa wenn der Deckakt erfolgreich war.

Ab dem 22. Tag sind die Embryonen beim Ultraschall sichtbar und der Herzschlag kann zur Diagnose herangezogen werden. In dieser Zeit sind sie stark defektgefährdet, weil die Nervenstränge im Rückenmark gebildet werden und die Organe sich langsam entwickeln. Die Kleinen sind etwa walnussgroß.

 

 

Yashi zeigt alle oben aufgeführten Attribute und nach jedem Gassigang wird noch einmal besonders die Scham kontrolliert, wir schauen immer wieder nach dem zähflüssigen Schleim. Mehrmals haben wir ihn wahrgenommen und oftmals sind auch Ansätze von Tröpfchen erkennbar, die man so deuten könnte.

 

Am Montag wird Yashi ihr Geheimnis preisgeben, denn dann haben wir einen Termin bei unserer Tierärztin, sie wird schallen!

Wir wünschen uns so sehr, dass es nur noch eine Formsache ist, an manchen Tagen sind wir uns alle ziemlich sicher, dass Yashi und Dam-pa Babys bekommen. Viele Anzeichen sprechen dafür!!!!!

 

Drückt uns bitte alle die Daumen!!!!!!

 

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

Das `Daumendrücken` hat uns Glück gebracht, die kleinen Zwerge konnten wir auf dem Monitor entdecken, es sind wieder 3 - wie bei ihren letzten Babys - max. 4

Yashi nimmt sich im Augenblick eine Auszeit, sie frisst wenig und will nur schlafen.

Aber die Ruhe bekommt ihr wohl sehr gut, denn sie hat - nachdem sie etwas abgenommen hat - wieder zugenommen, heute hatte sie mal etwas mehr Hunger. 

Yashi wiegt nun 10,6 kg und den Babys geht es nach wie vor gut.

 

Samstag, 28.10. bis Samstag, 04.11. 28.- 35. Tag

Der Fötus durchläuft besonders am 31. / 32. Tag noch mal eine spannende und heikle Entwicklung. Es kommt zum so genannten Nabelbruch, d.h. der Darm wird kurzzeitig aus der Körperhöhle verlagert um schneller wachsen zu Bis zum 33. Tag wachsen die Fruchtampullen zusammen. Zunächst zeigt die Gebärmutter oviole Fruchtampullen , die um den 33. bis 35. Tag „zusammenfließen“ und zu Schläuchen auswachsen. Die Gebärmutter faltet sich, da der Platzbedarf der Welpen enorm ist.

Achtung! Um den 35. Tag ist die Organogenese (Organbildung) bei den Welpen abgeschlossen. Bis dahin sind die Welpen äußerst empfindlich für äußere Einwirkungen wie Medikamente (z.B. auch Wurmkuren!), Impfungen, Röntgenstrahlen, Vitaminmangel und –überversorgung, Überhitzung (z.B. im Auto) und Umweltschadstoffe (z.B. Düngemittel in Pfützen), da der Fötus durch die Nabelvene und -arterie direkt mit der Mutter verbunden ist. Auf negative Einflüsse auf die Hündin sollte man deshalb in dieser Zeit ein besonderes Augenmerk richten, da es sonst zu Fehlbildungen oder zum Absterben der Föten kommen kann!

 

In der 5. Woche steigt das Gewicht stetig an, die Feten beginnen sich zu drehen und die Hündin zieht ihre Beine nicht mehr gerne an. Die Fetalperiode ist durch die Ausdifferenzierung der Organe und das schnelle Wachstum der Welpen gekennzeichnet. Die Augenlider sind ausgebildet, die Ohrmuschel bedeckt den Gehörgang, die Finger separieren sich, das männliche Genital ist erkennbar und die fünf Zitzenpaare ebenso. Die Föten sehen nun aus wie kleine Hunde, Kopf und Rumpf sind unterscheidbar. Auch die Fellfarbe beginnt sich in diesem frühen Stadium zu entwickeln. Die Barthaare und Krallen wachsen jetzt auch. Mit dem Stetoskop sind die Herztöne nun hörbar, beim Ultraschall sind sie nicht mehr zu identifizieren aufgrund der ansteigenden Flüssigkeit. Die Hündin nimmt an Bauchumfang zu. Die Zitzen schwellen an und werden dunkler.

 

Samstag, 04.11. bis Samstag, 11.11. 35.- 42. Tag

Ab dem 38. Tag entwickeln sich bei den Föten Fell und Fellfarbe. Die Augenlider sind jetzt ausgebildet und die Finger sind vollständig getrennt und gespreizt. Barthaare und Krallen beginnen sich zu entwickeln, ebenso die Form der Handplatte und die Anlage der Augenbrauen. Auch die Hautpigmentation setzt ein und die Fellfarbe ist erkennbar. Am 52. Tag ist dieser Prozess dann abgeschlossen.

Die Föten sehen nun aus wie Hunde, das männliche Geschlecht ist bestimmbar (Tag 35). Sie sind jetzt ziemlich resistent gegen Störungen in der Entwicklung. Die Föten wiegen ca. 6 Gramm und sind ca. 45 mm lang. Die Hündin wird mit der Welpenbox vertraut gemacht. Die Mahlzeiten sollte auf 3-4 kleinere Portionen aufgeteilt werden.

Nun werden die Brustwarzen der Hündin dunkler und sie vergrößern sich. Eine gute Muskulatur ist wichtig für eine reibungslose Geburt, deshalb sollte die Hündin weiterhin ausreichend Bewegung haben. Extreme Anstrengungen wie Joggen mit der Hündin, Fahrradtraining, Schwimmen in kalten Gewässern etc. sollten aber vermieden werden. Die Hündin wird auf Spaziergängen vielleicht etwas träger und spielt nicht mehr gern mit anderen Hunden. Sie schützt ihre Flanken und lässt fremde Hunde nicht mehr nah an sich heran.

 

Der Herzschlag ist aufgrund der ansteigenden Flüssigkeit in der Gebärmutter nicht mehr länger als Diagnosemethode nutzbar.

Yashi verschläft fast den ganzen Tag, sie benötigt im Augenblick besonders viel Ruhe. Mit ihren Freundinnen Lhy Lhy und E`Na-ya oder mit ihrer Tochter Eshana kuschelt sie manchmal und wenn ich es mir bequem mache, dann liegt sie eingerollt auf meinem Bauch und schläft. Ihr Gewicht ist etwas angestiegen, sie hat gut 0,8 kg zugenommen und wiegt jetzt 10,8 kg, der Bauchumfang ist auch um 2 cm gewachsen. Alles ist bestens so wie es jetzt ist. Hier noch einmal ein paar aktuelle Fotos.

Samstag, 11.11. bis Samstag 18.11. 42.- 49. Tag

 

Die Hündin bekommt jetzt mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt, damit das Völlegefühl bei zu großen Portionen erst gar nicht aufkommt.Die Größe der Frucht beträgt nun etwa 9 cm und die Knochen verstärken sich. Bald wären sie auf dem Röntgenbild sichtbar und man könnte die Anzahl der Welpchen genau bestimmen. In dieser spätestens in der nächsten Woche sollte die Hündin mit der Welpenbox vertraut gemacht werden. Sie könnte dann mit dem Nestbau beginnen.

 

Samstag, 18.10. bis Samstag, 25.10. 49.- 56. Tag

Die Bewegungen der Welpen im Mutterleib sind leicht erkennbar, wenn man die flache Hand vorsichtig auf den Bauch der entspannten Hündin legt. Der tragenden Hündin gehen nun langsam am Bauch die Haare aus.

Die Körperbehaarung der Welpen ist nun voll ausgeprägt.

 

An den Flanken sieht man Yashi die Trächtigkeit nun genau an und wenn wir richtig gemessen haben, ist der Umfang um 4 cm mehr geworden und am 49. Tag sind es jetzt 1,6 kg, die sie zugenommen hat.  

Yashi hat immer Hunger und ihre Augen leuchten, wenn sie glaubt, dass es Futter gibt. Aber auch für jedes Leckerchen außerhalb der Reihe ist sie dankbar. Eigentlich ist sie immer hinter mir voller Hoffnung auf etwas Essbarem.

Zu diesem Zeitpunkt könnten wir nun auf einer Röntgenaufnahme mehr von den Babys sehen, aber darauf verzichten wir, weil es bislang keine medizinische Indikation dafür gibt.

Den Bauch und die Scham werden wir an diesem Wochenende freischneiden, da die Haare an den Zitzen eh ausfallen werden und im Bereich der Vulva durch den zähflüssigen schleimigen Ausfluss die Haare immer verkleben.

So gaaaaanz zart sind die Welpenbewegungen schon spürbar und auf dem nackten Bauch sind sie noch leichter zu fühlen.

Gespannt warten wir darauf, ob Yashi freudig ihre Welpenbox wieder annimmt. 

 

 

Yashi und ihr Bräutigam 10 Tage vor der Geburt